November - auch die Trauer gehört dazu...

Liebe Familien, liebe Wieny-KundInnen, liebe Märchen- und SagenfreundInnen!

 

Wie geht es Euch? Ich hoffe, ihr seid gesund - ich bin es auch und trotzdem berühren mich die täglichen Sterbefälle (weltweit) die immer mehr Kinder und Jugendliche betreffen.

 

Aber auch ohne "Corona" könnten wir den 2. Lockdown auch zum Anlass nehmen über den Tod und die Trauer ein wenig nachzudenken? Ist es wirklich so schlimm - kann es nicht auch oft einfach "Erlösung" für unsere Familienmitglieder sein? Vielleicht ist der Tod - wie das Leben - nur ein Zustand - kein Ort und auch nicht das Ende unserer Existenz?

 

Ganz besonders schwer, ist natürlich der Verlust unserer Kinder - wenn wir unsere Kinder "überleben" müssen. Wenn die Trauer all unsere Kräfte übersteigt, wenn wir festhalten wollen, was nicht möglich ist, wenn wir zwar dem Himmel vertrauen aber dennoch es nicht wahr haben

können, sind wir doch alle "beseelte Wesen".

 

"Wenn eine Seele geht, so ist die andere unser Trost" (chinesisches Sprichwort)

 

Ich habe bei meinen Charity-Aktionen im St. Anna Kinderspital erlebt, dass z.B: todkranke Kinder keine Angst vor dem Sterben haben. Im Gegenteil sie trösten auch Ihre Eltern, denn sie wissen intuitiv mehr über den Ort des Friedens. Mir hat einmal ein Kind schwerst krebskrankes Kind eine Zeichnung geschenkt. Da war ein Ballon und daran hing eine fröhliche Maus. Unten stand auch eine Maus und die winkte der Ballon-Maus zu. Die fröhliche Maus die mit dem Ballon hoch hinaus flog war mein kleiner Freund - und die Maus unten seine Schwester. Das Bild war in bunten Farben gemalt und voller Hoffnung und auch Fröhlichkeit. Die Wolkenstimmung war ein bißchen nachdenklich - so wie sie Kinder normalerweise nicht zeichnen würden...

 

Diese Zeichnung und die vielen Fragen während meiner Mitmach-Touren über den Tod und das Sterben. Die Kinder erzählen mir aber auch, dass sie traurig sind, dass ihr Hund verstorben ist - aber auch dass Oma und Opa jetzt im Himmel sind. Aber sie haben dennoch eine ganz andere Beziehung als wir Erwachsenen zum Sterben, zum Tod und auch über die Trauer.

 

Kinder sehen in der "Trauer" - einen besonderen Weg - "hinüber zu schauen in die Anderswelt" - voller Neugierde und keiner Angst. Bei einer Umfrage in einem SeniorInnenheim - hatten gleich 92% fürchterliche Angst vor dem Tod. Die gleiche Umfrage in 4 Schulklassen (1. - 4. Klasse Volksschule). Hier hatten nur 12% Angst vor dem Sterben, 85 % waren neugierig was dann kommt und 3 % würden Oma und Opa sehr fehlen, wenn sie sterben müssten....

 

Da ich in all meinen 30 Jahren "Kinder-Berufung" künstlerisch immer wieder mit dem Tod und der Trauer konfrontiert wurde und werde, habe ich beschlossen - mich auch als "KinderTrauerRedner"

Eltern, die ihre Liebsten gehen lassen mussten, anzubieten. Auch ehrenamtlich, gegen Spenden, wo das Geld fürs Begräbnis so und so schon ins unermessliche steigt.

 

Ich würde dann bei Eurer KinderTrauerFeier/Bestattung ein paar positive, einfühlsame, Worte in meiner "sagenhaften Art" über Dein Kind erzählen.... aus Vorgesprächen mit Dir, damit sich die Trauergemeinde auch ein gefühlvolles Bild von Deinem Kind machen kann....

 

Es ist für mich eine besondere Ehre als "Dein KinderTrauerRedner" Deine Kinder auch über den "Regenbogen" ins KinderBärenLand (so beschrieb einmal ein schwerkrankes Mädchen seine Vorstellungen über das "Danach") begleiten darf - voll Dankbarkeit, für die liebsten FreundInnen meines Lebens....vielleicht kannte mich Dein Kind sogar, wer weiß....

 

Auch ich selbst beschäftige mich immer im November mit diesem Thema - mit Büchern und Nahtod-Erfahrungen.... heuer war zwar "Allerseelen" ein tragischer Tag, aber ich lebe immer in diesem Monat (seit über 40 Jahren!) sehr bewusst, lebe gesünder als sonst;-) - eine alte Benedektiner-Übung trägt dazu bei: "Stell Dir vor, Du bist nur noch im November auf der Erde". Meine Mutter übrigens pflegte hier auch immer, mir viele Fotos von Verstorbenen zu zeigen, die ich nicht kannte, nur aus Erzählungen.

 

Gerade jetzt wo auch die Blätter der sich in wunderschönen Farben vom Leben verabschieden....spreche ich immer mit den Kindern aus unserer Familie über "Gevatter Tod" und wir besuchen dann meistens den wirklich einzigartigen, herzvollen "Babyfriedhof" im Geländes des Zentralfriedhofs. Die Kinder sind immer von den Gräberschmuck begeistert... und da merke ich oft, für unsere Kinder ist ein Friedhof cool, interessant, macht neugierig und es gibt natürlich viele Fragen.....

Ein Besuch auf dem  "KinderFriedhof-Zentralfriedhof" könnte uns Eltern seelisch - gemeinsam mit unseren Kindern helfen, das "Thema" unter anderen Gesichtspunkten zu sehen, wahrzunehmen: https://www.friedhoefewien.at/

 

Mit wunderschönen Gedanken, meines Lieblingsautors und Benedektiners  Anselm Grün möchte ich meinen persönlichen "November" beschliessen:

 

"Wir tragen den Himmel, auf den wir zugehen, schon in uns. So ist der ganze Weg zum Himmel schon Himmel. Dort, wo  Gott ins uns wohnt, dort ist der Himmel. Dort weitet sich das Herz"

 

Alles Liebe und viel Gesundheit!

Euer Reinhard "Wieny" - Dein "sagenhafter" KinderTrauerRedner

P.S: Ich habe eine neue Tel.Nr.: 0664/166 72 18!